Württemberg hat sich im 11. Jahrhundert aus dem Herrschaftsgebiet des Adelsgeschlechtes der Württemberger herausgebildet.

Der Name Württemberg leitet sich von dem Wirtemberg bei Stuttgart-Rotenburg ab, wo auch bis 1819 die ehemalige Burg Wirtemberg stand.

Ab dem 12. Jahrhundert – 1495 war Württemberg eine Grafschaft des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

1495 wird Württemberg zum Herzogtum.

Nach dem Tode von Eberhard im Bart, folgt für kurze Zeit Herzog Eberhard II. und danach der elfjährige Herzog Ullrich.

1514 versuchte dieser, seine durch vermehrten Staatsausgaben und eigene Prunksucht entstandenen hohen Schulden, mittels einer Verbrauchersteuer auf wichtige Lebensmittel abzutragen. Es kam landesweit zum Aufstand des „gemeinen“ Volkes.

Dieser Wiederstand ist als Aufstand des „Armen Konrads“ bekannt geworden, dem Personen aus allen politischen sowie sozialen Schichten angehörten.

Ziel war die Ausweitung der politischen Handlungsmöglichkeiten des einfachen Volkes gegenüber der Ehrbarkeit.

Unter dem Druck wurde die Verbrauchersteuer wieder zurück genommen.

Zeitgleich begann Ullrich in Streifzügen durch das Land sein Territorium zu erweitern. Er überfiel die Stadt Reutlingen wurde jedoch zwei Monate später wegen Landfriedensbruch Württembergs verwiesen.

Württemberg wurde 1520 an den österreichischen König Karl V. verkauft.

Durch immer höhere Steuerbelastungen, vermehrte Frondienste sowie politische Einflusslosigkeit wuchs der Unmut im Volk. Die Bauern forderten die Bewahrung ihrer Rechte und es gründete sich eine Bauernbewegung.

1525 brach der Bauernkrieg aus, welcher sich rasch auch auf Thüringen und Franken ausweitete.

Die Württembergischen Bauern wurden in einer blutigen Schlacht zwischen Böblingen und Sindelfingen geschlagen. Mehr als 2.500 Bauern verloren hierbei ihr Leben.

Landgraf Phillip von Hessen, welcher eine weitere Stärkung Österreichs durch die Einverleibung Württembergs verhindern wollte, machte es Herzog Ullrich möglich wieder nach Württemberg zurück zukehren.

Hierfür besetzte er das Land in wenigen Wochen und 1534 erhält Ullrich sein Land zurück.

Herzog Ullrich führt sofort die Reformation Württembergs ein.

Unter seiner Herrschaft wurde Württemberg zum größten protestantischen Staatswesen im Süden Deutschlands.

Später regierten Herzog Christoph, Herzog Ludwig welcher einen starken Hang zur Selbstdarstellung sowie zur Trunksucht hatte, sowie Herzog Friedrich I.

Unter Herzog Friedrich I. wurde 1599 die Stadt Freudenstadt erbaut. Besiedelt wurde sie durch protestantische Glaubensflüchtlinge.

Im 30-jährigen Krieg 1618-1648 gehörte Württemberg zu einer der vom Krieg meistbetroffenen Regionen überhaupt. Das Land stand mehr oder weniger dauerhaft unter der Kontrolle von fremden Truppen.

Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634, bei der das württembergische Heer auf der Seite unterlegener Schweden gekämpft hatte, kam es zu Plünderungen und Brandschatzungen im ganzen Land. Herzog Eberhard III. floh ins Exil nach Straßburg.

In der Folgezeit wurde das Land durch Armut, Hunger und Pestepidemie entvölkert.

(1618 ca. 350.000 Einwohner; 1648 noch ca. 120.000 )

Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die territoriale Wiederherstellung des Landes in seine alten Grenzen wieder hergestellt.

In diesem Jahr wurde auch die Schulpflicht für alle Kinder gesetzlich verankert.

Ende des 17 Jahrhunderts wurde Württemberg in mehrer kriegerische Auseinandersetzungen hineingezogen. Welche größere Verwüstungen im Westen zur Folge hatten.

In den letzten hundert Jahren des Herzogtums regierte Eberhard Ludwig, unter welchem der Pietismus in Württemberg neuen Nährboden fand.

Fand er doch auch besonderen Gefallen an der Jagd und den höfischen Festivitäten. Als Erbauer des Ludwigsburger Schlosses ging er in die Geschichte ein.

Danach regierte für kurze vier Jahre der katholische Karl Alexander und danach dessen Sohn Carl Eugen welcher sich in seinen ersten Regierungsjahren überwiegend dem puren Vergnügen hingab.

Später entwickelte er sich zum aufgeklärten-absolutistischen Herrscher. In ihm erwachte ein Erziehungswahn mit hohem Interesse an pädagogischen Projekten. Berühmt wurde seine „Hohe Carlsschule“.

Selbst Friedrich Schiller schwankte in seinem Verhältnis zum Herzog zwischen Verehrung und Hass auf den tyrannischen Erzieher.

Carl Eugen folgen seine zwei Brüder für jeweils zwei Jahre, Ludwig Eugen (1793-1795) und Friedrich Eugen (1795-1797).

1806 wurde Württemberg zum Königreich.

Herzog Friedrich II., wird zum König Friedrich I..

Er verbündete sich mit Napoleon und sicherte sich da durch weitest gehende Handlungsfreiheit in der Innenpolitik.

1812/13 beteiligte sich König Friedrich an Napoleons Krieg gegen Russland, aus dem von 15.800 württembergischen Soldaten nur etwa 700 zurück kamen.

Nach Napoleons Niederlage in Russland ging Württemberg ein Militärbündnis mit Österreich, Russland und Preußen ein und stellte 24.500 Mann im Kampf gegen Napoleon.

Mit dem Amtsantritt (1816) seines Sohnes König Wilhelm I. kam es zu einem Politikwechsel.

Verheiratet mit Katarina der Tochter des russischen Zaren Paul I. war seine Politik der ersten Jahre stark auf die Linderung der wirtschaftlichen Not breiter Bevölkerungskreise ausgerichtet.

Thronfolger Karl hatte ein weiches, empfindsames, oft gehemmtes Wesen. Der für seine Regentschaft nur sehr ungenügend vorbereitet war. So übertrug er die Regierungsgeschäfte an einen gelehrten Juristen.

Er war kein Freund des deutschen Nationalstaates, hatte er doch stets die Befürchtung das dieser von Preußen beherrscht würde.

Mit Ausbruch des „Deutsch-Französichen Krieges 1870/’71 unterstellte König Karl jedoch ohne Zögern sein Heer dem preußischen Oberbefehl.

Am 1. Januar 1871 wurde das Königreich Württemberg ein Bundesstaat des Deutschen Reichs.

Mit der Reichsgründung ging ein großer politische Machtverlust des Landes einher, dieser Verlust seiner Souveränität empfand König Karl als eine persönliche Demütigung.

Die Vertretung seines Landes in der Reichspolitik überließ er seinem Ministerpräsidenten.

Sein Nachfolger wurde König Wilhelm II., pflichtbewusst und reichstreu, bejahte die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 war König Wilhelm entgegen der patriotischen Massenhysterie und Kriegsbegeisterung der Bevölkerung, sehr zurückhaltend.

Von 1914 – 1918 standen 520.000 Württemberger unter Waffen ( von 2,5 Millionen Einwohnern). Mehr als 73.000 württembergische Soldaten fielen oder starben während des Krieges.

In Folge des Abdankens des Kaisers 1918 erklärte König Wilhelm seinen Thronverzicht und nahm den Titel Herzog von Württemberg an.

Der Freie Volksstaat Württemberg wird ausgerufen.

Und wird von bürgerlichen Koalitionen regiert.

1933 wird durch das Gesetz zur Gleichschaltung mit dem Reich die Länderverfassungen praktisch beseitigt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die beiden Länder Württemberg und Baden zwischen der amerikanischen Besatzungszone im Norden und der französischen Besatzungszone im Süden aufgeteilt. Württemberg teilte sich fortan auf die zwei Saaten Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern aufgeteilt.

1952 gingen die beiden Staaten im neuen Bundesland Baden-Württemberg auf.

Kommentare sind geschlossen.